Führende Politiker sind dagegen, den neuen Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) um jeden Preis pünktlich fertigzustellen. Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) warnten davor, höhere Kosten oder technische Probleme in Kauf zu nehmen, nur um die Eröffnung des Flughafens nicht hinausschieben zu müssen.
Platzeck sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Man muss auf keinen Fall um jeden Preis pünktlich sein - wir arbeiten ja mit öffentlichem Geld." Eine Verschiebung des Eröffnungstermins sieht Platzeck undramatisch. "Wir liegen bis heute im Kosten- und nahezu im Zeitplan und sind fast fertig. Wenn jetzt am Ende das Ganze sich noch ein Stück verzögern sollte, dann bricht aus meiner Sicht der Flugverkehr hier nicht zusammen, denn Tegel und Schönefeld arbeiten gut."
Ramsauer warnte im "Tagesspiegel" (Montag) davor, die mögliche Verzögerung mit Provisorien wettzumachen. "Wir können uns keinen Pannenflughafen leisten. Mit der Eröffnung muss der reibungslose Betrieb sichergestellt sein." Er bezeichnete den bisherigen Zweitplan als "sehr ambitioniert".
Die Brandenburger Grünen fordern indes den erwarteten Flugzeuglärm vom BBI schon jetzt auf Lärmkarten darzustellen. Die Lärmkarten würden so schnell wie möglich benötigt, um bessere Schutzmaßnahmen zu entwickeln, sagte der umweltpolitische Fraktionssprecher im Landtag, Michael Jungclaus, am Sonntag. Die Lärmkartierung sei seit 2007 durch Europarecht festgeschrieben.
Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass der 2,5 Milliarden Euro teure Flughafen in Schönefeld möglicherweise nicht wie geplant am 30. Oktober 2011 öffnen kann. Ein Grund dafür ist laut den Landesregierungen Berlins und Brandenburgs, dass eine der beteiligten Planungsfirmen pleite ist. Am 25. Juni entscheidet der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft darüber, ob sich der Start verzögert. Würde der Bau - etwa durch zusätzliche Arbeitsschichten - beschleunigt, würde das auch die Kosten nach oben treiben.
Quelle. ftd, 06.06.2010




