Saturday, 26. June 2010
BBI-Verzögerung kostet 138 Millionen Euro mehr
Nun ist es offiziell: Der Eröffnungstermin des neuen Großflughafens BBI ist nicht zu halten. Statt im Oktober 2011 wird der Airport nun im Juni 2012 in Betrieb gehen. Die Kosten dafür gehen in die Millionen. Dafür bleibt Tegel länger geöffnet.
Der Berliner Großflughafen in Schönefeld wird sieben Monate später eröffnet als geplant. Er soll nun am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen, teilte die Flughafengesellschaft am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Schönefeld mit. Bisher war der 30. Oktober 2011 als Eröffnungstermin vorgesehen. Damit verschiebt sich parallel auch die Stilllegung des Flughafens Berlin-Tegel.
Weitere sieben Monate werden benötigt, um das mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro größte Infrastrukturprojekt von Berlin und Brandenburg abzuschließen. Mehrere Zeit- und Kosten-Szenarien wurden bei der Kalkulation gegenübergestellt. Dahinter stand die Erkenntnis der Planer, dass ein langsameres Bautempo nicht unbedingt billiger ist als eine Forcierung der Arbeiten.
Die Verschiebung des Eröffnungstermins kostet rund 138 Millionen Euro mehr, als ursprünglich geplant. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg müssen aber nicht zusätzliche Finanzmittel aufbringen. Die Summe liegt noch im Rahmen des Finanzierungsplanes, in dem eine Art „Puffer“ bereits vorgesehen ist.
Allein 50 Millionen Euro entfallen auf den Bau zweier Pavillons für die neuen Sicherheitskontrollen. 62 Millionen Euro werden benötigt, um den Bauablauf an die neue Planung anzupassen. Die übrigen 26 Millionen Euro werden benötigt, um die aus der Verzögerung entstehenden Mindereinnahmen auszugleichen.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) zeiget sich mit der Verschiebung zwar nicht zufrieden, aber sichtlich erleichtert. Er habe mit noch höheren Kosten gerechnet, die durch die Verzögerung entstehen würden, sagte er Morgenpost Online.
Anlass für die Verzögerung der geplanten Inbetriebnahme waren die Insolvenz einer für den Innenausbau wichtigen Ingenieurgesellschaft sowie neue Sicherheitsrichtlinien der EU. Ab April 2013 dürfen Flugpassagiere wieder Getränke mit an Bord nehmen. Deshalb müssen die Sicherheitsbehörden neuartige Kontrollgeräte einsetzen, um verbotene Substanzen aufzuspüren. Diese Scanner brauchen jedoch deutlich mehr Platz als in den 36 Kontrollschleusen am BBI bislang vorgesehen waren. Die Umplanung des Sicherheitsbereichs kostet jedoch Zeit, erwogen wird zudem der Bau von zwei Pavillons rechts und links vom Haupteingang, um so Platz für die neue Scanner zu schaffen.
Doch auch der neue Termin ist knapp veranschlagt. „Jeder zusätzliche Monat bis zur Eröffnung kostet uns fünf Millionen Euro“, sagte Berlins regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist. Man wolle aber maximale Qualität und Sicherheitsstandards abliefern, so Wowereit.
Zum Eröffnungstermin am 3. Juni sei man in der Lage die veranschlagten 4500 Passagier pro Stunde abzufertigen. Avisiert seien jedoch 5500 Reisende pro Stunde. Dies könne jedoch erst nach der Eröffnung umgesetzt werden, hieß es seitens des Aufsichtsrates.
Zu Pfingsten, dem Wochenende vor dem Eröffnungstag, ist ein Tag der offenen Tür geplant, an dem die Berliner und Brandenburger den BBI schon einmal begutachten können.
Quelle: Berliner Morgenpost, Freitag, 25. Juni 2010
Der Berliner Großflughafen in Schönefeld wird sieben Monate später eröffnet als geplant. Er soll nun am 3. Juni 2012 in Betrieb gehen, teilte die Flughafengesellschaft am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung in Schönefeld mit. Bisher war der 30. Oktober 2011 als Eröffnungstermin vorgesehen. Damit verschiebt sich parallel auch die Stilllegung des Flughafens Berlin-Tegel.
Weitere sieben Monate werden benötigt, um das mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro größte Infrastrukturprojekt von Berlin und Brandenburg abzuschließen. Mehrere Zeit- und Kosten-Szenarien wurden bei der Kalkulation gegenübergestellt. Dahinter stand die Erkenntnis der Planer, dass ein langsameres Bautempo nicht unbedingt billiger ist als eine Forcierung der Arbeiten.
Die Verschiebung des Eröffnungstermins kostet rund 138 Millionen Euro mehr, als ursprünglich geplant. Der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg müssen aber nicht zusätzliche Finanzmittel aufbringen. Die Summe liegt noch im Rahmen des Finanzierungsplanes, in dem eine Art „Puffer“ bereits vorgesehen ist.
Allein 50 Millionen Euro entfallen auf den Bau zweier Pavillons für die neuen Sicherheitskontrollen. 62 Millionen Euro werden benötigt, um den Bauablauf an die neue Planung anzupassen. Die übrigen 26 Millionen Euro werden benötigt, um die aus der Verzögerung entstehenden Mindereinnahmen auszugleichen.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) zeiget sich mit der Verschiebung zwar nicht zufrieden, aber sichtlich erleichtert. Er habe mit noch höheren Kosten gerechnet, die durch die Verzögerung entstehen würden, sagte er Morgenpost Online.
Anlass für die Verzögerung der geplanten Inbetriebnahme waren die Insolvenz einer für den Innenausbau wichtigen Ingenieurgesellschaft sowie neue Sicherheitsrichtlinien der EU. Ab April 2013 dürfen Flugpassagiere wieder Getränke mit an Bord nehmen. Deshalb müssen die Sicherheitsbehörden neuartige Kontrollgeräte einsetzen, um verbotene Substanzen aufzuspüren. Diese Scanner brauchen jedoch deutlich mehr Platz als in den 36 Kontrollschleusen am BBI bislang vorgesehen waren. Die Umplanung des Sicherheitsbereichs kostet jedoch Zeit, erwogen wird zudem der Bau von zwei Pavillons rechts und links vom Haupteingang, um so Platz für die neue Scanner zu schaffen.
Doch auch der neue Termin ist knapp veranschlagt. „Jeder zusätzliche Monat bis zur Eröffnung kostet uns fünf Millionen Euro“, sagte Berlins regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist. Man wolle aber maximale Qualität und Sicherheitsstandards abliefern, so Wowereit.
Zum Eröffnungstermin am 3. Juni sei man in der Lage die veranschlagten 4500 Passagier pro Stunde abzufertigen. Avisiert seien jedoch 5500 Reisende pro Stunde. Dies könne jedoch erst nach der Eröffnung umgesetzt werden, hieß es seitens des Aufsichtsrates.
Zu Pfingsten, dem Wochenende vor dem Eröffnungstag, ist ein Tag der offenen Tür geplant, an dem die Berliner und Brandenburger den BBI schon einmal begutachten können.
Quelle: Berliner Morgenpost, Freitag, 25. Juni 2010
Comments
Display comments as
(Linear | Threaded)
Add Comment




