Soll das General Aviation Terminal (GAT) in Schönefeld privatisiert werden, um die Privatflieger schon vor der BBI-Eröffnung zu verdrängen?
Stellt also die Flughafengesellschaft das Single-Airport-Konzept von BBI in Frage?
Angesprochen auf den neuen Flughafen BBI konnte man in der Vergangenheit immer wieder hören, dass es sich hierbei um einen Single-Airport handeln wird, der alle Flugverkehre aufnehmen könnte.
Fachleute hatten schon immer erhebliche Zweifel an diesen Aussagen, da kleine Flugverkehre prinzipiell den Betriebsablauf und damit die Wirtschaftlichkeit von großen Airports beeinträchtigen. Kostbare Start- und Landerechte wären bei einem Single-Airport dann zwangsläufig nicht nur für große und umsatzstarke Passagiermaschinen verfügbar.
Aus gut unterrichteten Kreisen verlautete nun, dass die Abfertigung der kleinen Flugverkehre in Schönefeld, der General Aviation Terminal/GAT, komplett aus der Flughafenverwaltung ausgegliedert und privatisiert werden soll. Das könnte zu einem Abschied vom Single-Airport-Konzept führen.
Die Folge werden nämlich exorbitante Gebührensteigerungen sein, die diese Flugverkehre aus Schönefeld und später aus BBI komplett verdrängen werden. Nach der schon festgelegten Schließung von Tegel sechs Monate nach der Eröffnung von BBI würden dann nur noch Brandenburger Flughäfen für diesen Bereich der Luftfahrt zur Verfügung stehen. Die Anfahrtszeiten nach Berlin würden zudem einen erheblichen Zeitverlust zur Folge haben.
Da die Privat- und Business-Fliegerei aber weiterhin eine sehr hohe Bedeutung für die Bundeshauptstadt Berlin und die hier ansässigen Entscheider aus den Bereichen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben wird, sei hier erneut der Flughafen Tempelhof als ergänzender Standort für die kleinen Flugverkehre empfohlen. Da Tempelhof, unbeschadet der Schließung vom 30.10.2008, bis auf weiteres nicht entwidmet ist, besteht die Möglichkeit einer Eröffnung und Nutzung als Business-Airport nach wie vor.
Inzwischen addieren sich die in Tempelhof aufgelaufenen Verluste auf über 7,5 Millionen Euro, www.das-thema-tempelhof.de/berechnung/1 , die nun direkt vom Steuerzahler zu tragen sind. Eine profitable Nutzung des Flughafens Tempelhof ohne Flugverkehr ist jedoch weiterhin nicht in Sicht.
Wir erinnern uns, dass die behaupteten Betriebsverluste des aktiven Flughafens von 10 Millionen Euro/Jahr vom Berliner Senat als Schließungsgrund angegeben wurden und eine profitable Nachnutzung behauptet wurde. Jetzt deuten sich aber wesentlich höhere Verluste des geschlossenen Flughafens an.
Die landeseigene Immobiliengesellschaft BIM schließt einen Jahresverlust von 14 Mio Euro nicht aus. Unabhängige Fachleute gehen hingegen von Jahresverlusten von 20 Mio Euro und mehr aus. Inzwischen wurde einer Reihe von Mietern gekündigt, aber nur ein singulärer neuer Mieter mit einer angedachten Einnahme von 1,6 Mio Euro im Jahr gewonnen.
Die Frage, ob so ein verantwortlicher Berliner Senat handeln darf, dem kostbare Steuergelder anvertraut sind, wird daher immer dringender.
Inzwischen gibt es Hinweise darauf, dass der Flughafenstandort Schönefeld nach wir vor als äußerst unattraktiv gilt. Das Gros des Flugverkehrs wird in Tegel abgewickelt. Dem Vernehmen nach kommt es außerdem pro Tag zu mehren Dutzend Leer- bzw. Zubringer-Flügen zwischen Tegel und Schönefeld. Auch dieses Phänomen könnte mit der Wiedereröffnung von Tempelhof vermieden werden.
Quelle: © www.das-thema-tempelhof.de : Textzitate sind nur mit einer vollständigen
Quellenangabe zulässig.
_________________________
Volksbegehren Neuwahlen, Unterschriftenlisten:
www.das-thema-tempelhof.de